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Digitale Grabungsdokumentation – objektiv und nachhaltig

Am 01./02. Februar 2018 fand war das Landesamt für Archäologie Sachsen in Dresden Gastgeber für den Workshop "Digitale Grabungsdokumentation – objektiv und nachhaltig".

Weitere Informationen s.u.:  Vorträge  Werkstatt  Resümee

Downloads (PDF):  Ankündigung (PDF 534 kB), Abstracts (PDF 585 kB), Programm (PDF 1.00 MB), Vorträge (PDF 585 kB), Resümee (PDF 602 kB), Summary (Engl.) (PDF 602 kB)     

Thema des Workshops

Bei Grabungen freigelegte Befunde können selten im Original erhalten werden. Umso wichtiger ist eine objektive und nachhaltige Dokumentation archäologischer Grabungen, die es ermöglicht, späteren Bearbeitern alle benötigten und auf der Grabung erfassten Informationen zur Verfügung zu stellen. Die Grabungsdokumentation soll die bei der Grabung vorgefundenen archäologischen Sachverhalte objektiv widerspiegeln. Interessant ist dabei, welche digitalen Methoden sich dafür gut eignen und wo eher schlechte Erfahrungen gemacht wurden. Außerdem soll die Grabungsdokumentation nachhaltig sein und ihre Informationen auch zukünftig bereitstellen. In der schnelllebigen digitalen Welt ist dies eine besondere Herausforderung, der sich nicht nur Digitalarchive stellen müssen.

Der thematische Rahmen gestaltet sich wie folgt (aktualisiert 12/2017):

  • digitale Grabungsdokumentation
    • Die Beschreibung der bei einer archäologischen Grabung vorgefundenen Sachverhalte er-folgt immer häufiger und oft auch ausschließlich als digitale Grabungsdokumentation.
  • objektiv
    • Die Grabungsdokumentation soll die bei der Grabung vorgefundenen archäologischen Sachverhalte objektiv* widerspiegeln. Interessant ist dabei, welche digitalen Methoden sich dafür gut eignen und wo eher schlechte Erfahrungen gemacht wurden.
  • nachhaltig
    • Die Grabungsdokumentation soll nachhaltig (archivfähig) sein und ihre Informationen dau-erhaft, also auch zukünftig, inhaltlich und funktionell bereitstellen. In der schnelllebigen di-gitalen Welt ist dies eine besondere Herausforderung, der sich nicht nur Digitalarchive stellen müssen.

Der Workshop widmet sich speziell digitalen Ausprägungen der Grabungsdokumentation. Dies wird unterstellt, auch wenn (nachfolgend) nicht mehr explizit darauf hingewiesen wird. Als Teilnehmer kommen vor allem Verantwortliche und Interessierte aus archäologischen Institutionen in Betracht, aber auch aus Forschungseinrichtungen. Der initiale Verteiler umfasst die Mitglieder und Spezialisten der VLA-Kommission Archäologie und Informationssysteme.

Inhaltliche Aspekte

Folgende inhaltliche Aspekte spielen im Rahmen des vorgesehenen Themas eine Rolle und fanden großes Interesse (aktualisiert 12/2017):

  • Welche Methoden werden angewandt?
  • Welche Informationen werden digital erfasst?
  • Welche Programme/Applikationen werden für die Erfassung benutzt?
  • Welche Standards werden berücksichtigt oder angestrebt?
  • In welcher Form werden die Daten erfasst (Typen, Strukturen, Standards, Formate, …)?
  • Wie werden Geodaten erfasst? Mit CAD? Mit GIS? Findet ein Paradigmenwechsel CAD → GIS (Funktionalität, Kosten, …) bei der Geo-Dokumentation statt?
  • Welche Rolle spielen Laserscans und SFM für die 3D-Erfassung? Welche Methoden, Programme und Datenformate werden dazu benutzt?
  • Wie werden die digitalen Informationen aktuell genutzt?
  • Wie werden die so erhobenen Daten in bestehende Informationssysteme integriert?
  • Welche technischen Voraussetzungen für die Nutzung dieser Daten bestehen?
  • Wie nachhaltig sind diese Daten? Wie lange sind sie nutzbar?
  • Wie kann eine langfristige oder dauerhafte Nutzbarkeit bzw. Archivfähigkeit erreicht werden?
  • Welche Rolle spielt FOSS (freie und quelloffene Software) in diesen Zusammenhängen?

Zu diesen Aspekten sollen zuerst einmal praktische Erfahrungen (sowohl positive als auch negative) vorgetragen werden. Anschließend sollen offene Probleme und neue Ideen ausführlich zur Diskussion stehen. Daraus entstehen Perspektiven und es können sich Ansatzpunkte für gemeinsame Projekte ergeben.

Organisation

  • Der Workshop findet am 01./02. Februar 2018 in Dresden statt
  • Gastgeber ist das Landesamt für Archäologie Sachsen.
  • Beginn am 01.02. um 11 Uhr / Ende am 02.02. gegen 13 Uhr
  • Programm und Orientierungsplan können heruntergeladen werden.

Programm

  • Donnerstag, 01. Februar 2018:   Vorträge
  • Freitag, 02. Februar 2018:   Werkstatt

Das detaillierte Programm kann heruntergeladen werden.

Vorträge

Zur Übersicht hier schon einmal die geplanten Vorträge (alphabetisch):

  • D. Bibby: Paradigmenwechsel in der  Digitalen Grabungsdokumentation im Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg: von CAD um Open Source GIS. (Download Präsentation)
  • D. Bibby: Die AG FOSS in der VLA-Kommission Archäologie und Informationssysteme. (Download Präsentation)
  • J. Bofinger, H. Junius: Neue Richtlinien braucht das Land! Konsequenzen der Neuausrichtung des Rettungsgrabungswesens für die digitale Dokumentation in Baden-Württemberg. (Download Präsentation und Link zu den Grabungsrichtlinien)
  • [entfällt: P. Gerth, D. de Oliveira: Digitale Grabungsdokumentation mit iDAIfield 2.]
  • R. Göldner: TachyGIS – Eine Idee zur archäologischen Grabungsvermessung mit Tachymeter und GIS. (Download Konzept, Präsentation)
  • R. Göldner: Archivgrundsätze und Erhaltungsstrategien zur Archivierung digitaler (archäologischer) Daten. (Download Präsentation)
  • S. Jantos: ExcaBook – Grabungsdatenbank des BLfD. (Download Präsentation)
  • M. Lehmann: Keller und Gruben in 3D - Über Sinn und Unsinn der Grabungsdokumentation mit SfM am Beispiel der Stadtgrabung Pforzheim. (Download Präsentation)
  • J. Räther: Grabung – Dokumentation – Archivierung. Von CAD zu GIS in Hamburg.
  • T. Reuter: 3D-Scandaten, Metadaten und Langezeitarchivierung – Langzeitnutzung möglich oder Datenmüll?
  • C. Schubert: Digitale Grabungsdokumentation in Sachsen aus grabungstechnischer Sicht. (Download Präsentation und Textversion)
  • M. Strobel; O. Spitzner: Denkmalpflege hat die Aufgabe … - Gedanken zum Schutz und zur Erhaltung archäologischer Kulturdenkmale am Beispiel des Kirchplatzes in Lommatzsch.
  • K. Wolters, C. Schuppert: Zum Stand der digitalen Grabungsdokumentation in der Landesarchäologie Rheinland-Pfalz. (Download Präsentation)
  • A. Zwicky, B. Heinzle, C. Walser, P. Wiemann: Verarbeitung digitaler Grabungsdaten beim Archäologischen Dienst Graubünden/Schweiz. (Download Präsentation)

Eine detaillierte Vortragsliste (PDF 585 kB) kann heruntergeladen werden.

Werkstatt

A)    Grabungsdatenbank: Erfassung von Sachdaten mit Grabungsdatenbanken
Welche Vorteile bringt die Datenbank-Erfassung gegenüber einer freien Dokumentation auf Grabungen? Welche Probleme bringt die Datenbank-Erfassung mit sich? Gibt es das „ultimative Datenmodell“? Welche Daten werden erhoben, welche müssen erhoben werden (Necessary to know versus nice to have)? …
(Download Resümee  (PDF 511 kB)und Dokumentation (PDF 2.76 MB))

B)    Tachy&GIS: Paradigmenwechsel von CAD zu GIS + Erfassung von Geodaten mit Tachymeter und GIS
Welchen Vorteil bietet GIS gegenüber CAD bei der Grabungs-Dokumentation und deren Interpretation? Welche Grenzen und Nachteile gibt es? Welche wichtigen Erfordernisse bestehen für die tachymetrische Erfassung von Grabungsgeodaten, die ein technologieneutrales (abstrahiertes) Rahmenkonzept bilden können? Wer hat Interesse an einer solchen Software? …
(Download Resümee  (PDF 571 kB)und Dokumentation (PDF 641 kB))

C)    Quo Vadis 3D: Erfassung von 3D-Geodaten mit Laserscan oder SfM
Welchen Vorteil bieten Laserscan oder SfM gegenüber herkömmlicher (z.B. tachymetrischer) Vermes-sung? Welche Grenzen und Nachteile gibt es? Welche Ergebnisse von Laserscans bzw. SfM gehen (wie) in die Grabungsdokumentation ein? …
(Download Dokumentation (PDF 2.60 MB))

D)    Standards: Standards für Bereitstellung und Datenaustausch
Welche Standards sind für die digitale Grabungsdokumentation interessant? Welche standardisierten Vokabulare sind diesbezüglich interessant? Gibt es Handlungsbedarf zur Abstimmung von Standards? …
(Download Resümee  (PDF 489 kB)und Dokumentation (PDF 2.77 MB))

E)    Nachhaltigkeit: Nachhaltigkeit, Archivfähigkeit und Erhaltungsstrategien
Wie nachhaltig sind aktuell erzeugte digitale Grabungsdaten? Mit welchen Mitteln wird man sie in 100 Jahren vermutlich (inhaltlich und funktionell) nutzen können? Welche Inhalte und Funktionen (signifi-cant features) müssen bei diesen Typen  dauerhaft erhalten werden? …
(Download Resümee  (PDF 540 kB)und Dokumentation (PDF 255 kB))

Streiflichter

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